Coaching

Die richtige innere Einstellung

Die meisten Menschen denken gar nicht über ihre innere Einstellung nach. Sie reagieren nur auf äußere Einflüsse und geben damit die Kontrolle über ihre Situation an andere ab. Aber wie Du Dich fühlst, bestimmt Dein Leben! Und darüber solltest Du selbst bestimmen.

Überprüfe einmal Deine innere Einstellung. Wie hast Du Dich in den vergangenen Tagen verhalten und welche innere Haltung war dafür verantwortlich? Waren Deine Gedanken voller Ärger, Angst oder Schuldzuweisungen? War Deine Einstellung das Ergebnis eines Ereignisses, das Du nicht selbst kontrollieren konntest?

Deine Einstellung reflektiert in der Regel auf Dich zurück. Wenn Du negativ bist, wird sich das in vielen Missgeschicken ausdrücken. Warum gehen wohl so viele Dinge gerade am Freitag den 13. schief? Weil einige Menschen mit dieser Einstellung den Tag beginnen. In der Regel erfüllen wir unsere eigenen Erwartungen. Du beeinflusst Deine Lebensqualität mit Deiner Einstellung! Die gute Nachricht ist, dass Du Deine Einstellung selbst kontrollieren kannst. Es gibt zwei positive innere Haltungen, die bei fast allen erfolgreichen Menschen wiederzufinden sind: Dankbarkeit und eine positive Selbsterwartung.

Dankbarkeit

Wie oft am Tag bist Du dankbar für die schönen Dinge in Deinem Leben? Freust Du Dich, dass Du gesund bist? Dass Du gute Freunde hast? Wie oft bleibst Du stehen, um Dich an den magischen Momenten in Deinem Leben zu erfreuen? Wann hast Du Dich das letzte Mal selbst gefeiert, weil Du ein Ziel erreicht hast? Es gibt so viele Dinge, für die Du dankbar sein kannst. Du musst nur Deine Augen öffnen, um sie zu bemerken. Dankbarkeit ist das Gegenstück zu Stress und Angst. Mit einer solchen Einstellung setzt Du unglaublich viele positive Kräfte frei.

Positive Selbsterwartung

Erfolgreiche Menschen erwarten mehr vom Leben. Sie gehen davon aus, dass sie mehr Erfolge als Fehlschläge erleben werden. Einfach gesagt: Erwarte das Beste! Beginne jeden Tag mit einer solchen positiven Selbsterwartung. Dieser gesunde Optimismus führt dazu, dass sich die Dinge zu Deinen Gunsten entwickeln. Mit einer solchen Einstellung strahlst Du Erfolg aus und wirst damit auch positiv beeinflussen, wie andere Menschen Dich sehen. Es ist nicht leicht, die innere Einstellung zu kontrollieren. Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen. Versuche ab heute bewusst eine Haltung von Dankbarkeit und selbstbewusster Erwartung einzunehmen.

„Wer alles schwer nimmt, hat nie einen guten Tag. Wer guten Mutes ist, hat immer Festtag“

Warum verlassen wir die „Komfortzone“ nicht?

Dein größter Gegner für die Weiterentwicklung ist die so genannte „Komfortzone“. Das ist der Bereich, in dem Du es Dir bequem machen kannst und Dich nur vertrauten Aufgaben widmest. Kurz gesagt: Deine Routine. Es leuchtet ein, dass Du Dein volles Potential nur entfalten kannst, wenn Du aus Deiner „Komfortzone“ heraustrittst.
Jeder, der sich schon einmal eine schlechte Gewohnheit abgewöhnen wollte, weiß wie schwer das ist. Je länger Du Dir ein gewisses Verhalten antrainiert hast, desto mehr Kraft kostet es, dagegen anzugehen. Die „Komfortzone“ ist wie eine solche schlechte Gewohnheit.

Wir machen es uns außerdem gerne bequem und leicht. Faul auf dem Sofa zu liegen, scheint nach einem langen Arbeitstag wesentlich verlockender, als neue Aufgaben anzugehen. Das Trägheitsgesetz schlägt voll zu. Denn ein ruhender Gegenstand neigt dazu, sich nicht zu bewegen, während ein sich schon bewegender Gegenstand in Bewegung bleibt. Das bedeutet aber auch, dass nach dem Aufstehen vom Sofa schon der schwerste Schritt getan ist.

Während antrainierte Gewohnheiten und Faulheit Dich eher davon abhalten, Dinge zu machen, zu denen Du einfach keine Lust hast, stoppt Dich der letzte Faktor selbst bei höchster Motivation. Es ist die Angst vor Neuem. Sie ist der Hauptgrund, warum es uns so schwer fällt, die „Komfortzone“ zu verlassen. Aber wenn Du dieses Unwohlsein besiegen kannst und Dich neuen Herausforderungen stellst, hat das so viele Vorteile:

  • Entwicklung: Du verbesserst Dich als Mensch. Unbekanntem gegenüber zu treten, stärkt Deinen Charakter und lässt Dich reifen.
  • Erlebnis: Du machst aufregende Erfahrungen und kannst Dich immer auf neue Abenteuer freuen. Du wirst immer neue Horizonte entdecken.
  • Spannung: Langeweile gehört der Vergangenheit an, wenn Du immer offen für Neues bist und alte Routinen durchbrichst.
  • Selbstbewusstsein: Je mehr Grenzen Du überwindest, desto mehr Selbstachtung und –zufriedenheit mit Dir selbst wirst Du haben.
  • Interessant: Wer viel erlebt und ständig neue Erfahrungen macht, kann viele interessante Geschichten erzählen und ist ein begehrter Gast.
  • Kreativität: Neue Aufgaben erfordern bessere Ideen und Lösungen. Nur so lernst Du mehr!
  • Energie: Du fühlst Dich voller Energie und befreit, wenn Du große Herausforderungen gemeistert hast

Und so schaffst Du es trotzdem, die „Komfortzone“ zu verlassen!

Du weißt jetzt, warum Du immer neue Herausforderungen suchen solltest und warum es so schwer ist, das wirklich zu tun. Hier nun ein paar einfache Tipps, wie Du in Zukunft neue Aufgaben in Angriff nehmen kannst:

Jeden Monat einen „Tag der Herausforderung“
Setze jeden Monat einen Tag fest, an dem Du etwas machst, was Du noch nie gemacht hast. Ein Malkurs, ein Theaterbesuch oder ein exotische Sportart? Vielleicht kostet es Dich viel Überwindung, eine Rede zu halten. Beim nächsten Geburtstag machst Du es trotzdem. Lies ein Buch von einem Autor, den Du noch nie gelesen hast.

Suche Dir einen Partner
Zu zweit ist es immer leichter, sich zu motivieren und neue Grenzen auszutesten. Schicke am besten jemand diesen Artikel und versucht dann gemeinsam, die „Komfortzone“ zu verlassen. Legt zusammen einen Termin fest, an dem ihr etwas Verrücktes macht.

Akzeptiere das flaue Gefühl im Magen
Gerade wenn Du Dinge machen willst, bei denen Du Dich nicht so wohl fühlst (z.B. eine Rede halten), musst Du einfach hinnehmen, dass sich ein gutes Gefühl erst einstellt, wenn Du die Aufgabe hinter Dir hast. Wenn Du Dich überwunden hast, fühlst Du Dich unbesiegbar. Am besten machst Du gleich den ersten Schritt ohne viel Nachzudenken. Wenn Du dann mitten im Geschehen bist, ist alles halb so schlimm. Wenn Du vorher lange abwartest und Dir alle möglichen Schreckensszenarien ausmalst, wirst Du diesen ersten Schritt nicht mehr machen. Also gut vorbereiten und im Moment der Entscheidung einfach die Flucht nach vorne antreten.

Klein anfangen
Du wächst mit Deinen Aufgaben. Mit jeder Überwindung erweitert sich Deine „Komfortzone“, so dass größere Herausforderungen in greifbare Nähe rücken. Aber Du musst langsam anfangen und nicht gleich 100m aus Deiner „Komfortzone“ herauslaufen. Denn sonst wirst Du diesen Aufgaben nicht gewachsen sein und es in Zukunft gar nicht mehr versuchen.

Die Wahrheit über Optimismus und Erfolg

Wahrscheinlich hast Du folgendes schon einmal gehört: Optimismus hat positiven Einfluss auf Deine körperliche Befindlichkeit, Deine Glücksgefühle und sogar die Länge Deines Lebens. Als Optimist wirst Du seltener krank und zeigst im Vergleich zu Pessimisten im Durchschnitt deutlich bessere Leistungen. Warum kann Dir Optimismus also schaden? Und wie kannst Du es besser machen?

Wer immer nur hoffnungsvoll und voller Freude das halbvolle Glas betrachtet, täuscht sich selbst und ist meist weit entfernt von einem erfolgreichen Leben. Denn oft machen unverbesserliche Optimisten den großen Fehler, nur auf ihre positive Lebenseinstellung zu setzen und Feedback von außen nicht mehr zuzulassen. Es wird nie alles großartig und schön sein! Wenn Du nie traurig bist, vor wichtigen Präsentationen nicht nervös und ängstlich bist oder nie Frustration verspürst, bist Du nicht glücklich, sondern leer und emotionslos.

Die Lösung lautet wenig überraschend allerdings auch nicht, dass Du von nun an als Pessimist durchs Leben ziehen sollst. Es geht stattdessen darum, einen gesunden Optimismus zu entwickeln, der auf einer positiven Lebenseinstellung basiert, die Realität aber nicht aus den Augen verliert. Als gesunder Optimist glaubst Du trotz der Schwierigkeiten an ein gutes Ende, blickst aber gleichzeitig der bitteren Wahrheit der momentanen Situation ins Auge, egal, wie unangenehm diese ist.

Aber Achtung! Dieser gesunde Optimismus ist nur eine Zutat für ein erfolgreiches und glückliches Leben. Tal Ben-Shahar, einer der führenden Wissenschaftler auf dem Feld der Positiven Psychologie, zählt Leidenschaft und die Bereitschaft, hart an den eigenen Zielen zu arbeiten, neben einem gesunden Optimismus zu den zwei weiteren Säulen des Erfolgs. Verlasse Dich also nicht allein auf Dein positives Denken, auch wenn Du gleichzeitig der Realität ins Auge blickst.

Wenn Du Dein Leben also aktiv gestalten und Deine (vielleicht momentan sogar unrealistischen) Ziele verwirklichen willst, wirst Du als gesunder Optimist den größten Erfolg haben. Mit diesem gesunden Optimismus durch das Leben zu gehen, müssen wir allerdings alle lernen, weil es sehr schwer ist, die Mischung aus Optimismus und Realität zu finden.

Mit diesen drei Schritten kannst Du Deinen gesunden Optimismus aber stärken:

Schritt 1
Der erste Schritt ist, Menschlichkeit zuzulassen. Konkret bedeutet das, dass Du nach einem Misserfolg nicht alles positiv sehen musst und negative Gefühle nicht einfach mit anderen schönen Gedanken überdecken solltest. Wenn Du enttäuscht oder wütend bist, lass es raus! Gestehe Dir zu, menschlich, also fehlbar zu sein.

Schritt 2
Erst danach folgt mit Schritt 2 der kritische Rückblick. Erfolgreiche Menschen versuchen, aus ihren Fehlern zu lernen und sie in Zukunft zu vermeiden. Dazu ist es auch wichtig, dass Du Menschen hast, die Dir ihre ehrliche und schonungslose Meinung sagen, damit Du nicht nur auf Deine eigene Wahrnehmung angewiesen bist.

Schritt 3
Im letzten Schritt begibst Du Dich in die Vogelperspektive Deines Lebens. Von dort aus wird Dir schnell klar, dass der Misserfolg nur ein kleiner Teil Deines Lebens ist und am Ende kaum Bedeutung haben wird. Es handelt sich nur um ein temporäres Ereignis und nicht einen permanenten Zustand. Wenn wir zum Beispiel bei einem sportlichen Wettkampf eine bittere Niederlage erleben, kann unser Leben ansonsten wunderbar sein. Im Moment der Niederlage werden wir das nicht bemerken. Aber nach einigen Stunden oder Tagen können wir mit anderen Augen auf dieses einzelne Ereignis schauen und das große Bild betrachten.

Als gesunder Optimist stehst Du also fest mit beiden Beinen im Leben und übernimmst aktiv mit positiven Wünschen die Gestaltung Deines Lebens. Dabei ist Dir klar, dass Rückschläge Teil des Lebens sind und Du von ihnen lernen musst, um langfristig erfolgreich zu sein. Versuche diese Einstellung mit den drei Schritten immer wieder zu üben!

Wie kann man aus Niederlagen Kraft ziehen?

Nach Niederlagen enttäuscht zu sein, ist okay. Die damit einhergehenden Gefühle brauchen in diesem Moment Raum. Um Enttäuschung zu verarbeiten, helfen Gespräche mit Vertrauenspersonen, wo Du offen Schwächen zeigen kannst und dein Wert als Mensch, unabhängig von der Sache, unangefochten bleibt. Hier kannst Du deinen Gefühlen freien Lauf lassen. Aber danach gilt es, den Misserfolg zu akzeptieren. Um deine Niederlage gewinnbringend zu verarbeiten, ist Akzeptanz Voraussetzung. Richten bei deiner Analyse den Fokus nicht allein auf Schwächen und Defizite:

  • Was waren Faktoren für den Misserfolg?
  • Was lief gut? Welche Stärken kamen zum Tragen?
  • Was kann ich daraus lernen?
  • Was und wie lässt es sich beim nächsten Mal besser machen?
  • Was lässt sich verändern?

Wichtig: Bei deinen Schlussfolgerungen helfen kein „ich muss“ oder „die anderen müssen“. Und schließlich gilt das dritte A, nämlich Abhaken! Lass die Vergangenheit hinter Dir, Du kannst sie nicht mehr ändern. Richte deine innere Einstellung nach vorn! Verbanne nach der Analyse Gedanken daran aus dem Kopf, sonst blockiert das dich beim zukünftigen Handeln.

„Fröhlichkeit ist gut für die Gesundheit, Mutlosigkeit raubt einem die letzte Kraft“

Was wir instinktiv falsch machen

Wenn in unserem Leben etwas schief läuft, neigen wir instinktiv dazu, andere Menschen oder Umstände für die Fehler verantwortlich zu machen. Das ist eine Art psychologischer Eigenschutz, weil wir uns nicht als Menschen in Frage stellen müssen. Aus diesem Grund ist es so schwer, für Dein Leben die volle Verantwortung zu übernehmen.

Mach Dir klar:
Der Mensch, der Du heute bist, ist eine Kombination aus Deinen persönlichen Entscheidungen, die Du bis heute getroffen hast, und natürlich auch den Ereignissen, die außerhalb Deiner Kontrolle liegen.

Sicherlich sind nicht alle Misserfolge Dein Fehler. Doch die Erkenntnis, dass Du über Dein Leben und Deine Entscheidungen deutlich mehr Einfluss hast als Dir wahrscheinlich gerade bewusst ist, befreit Dich aus Deiner Untätigkeit. Du musst nicht alles hinnehmen, wie es ist, sondern kannst Dein Leben gestalten.

Die Erwartung, das Leben in keiner Weise kontrollieren zu können, wird in der Psychologie auch als „Erlernte Hilfslosigkeit“ bezeichnet. Vielleicht kennst Du die Geschichte von dem kleinen Elefanten, der in jungen Jahren an einen kleinen Holzpflock gebunden wird und mit aller Kraft versucht, sich zu befreien. Doch seine Kräfte reichen nicht aus, um den Pflock aus dem Boden zu lösen. Und so gibt er irgendwann auf.

Viele Jahre später genügt genau dieses kleine Stück Holz aus, um ihn am Davonlaufen zu hindern. Er hat gelernt, dass er sich nicht befreien kann, obwohl er inzwischen ausgewachsene Bäume einfach ausreißen könnte.

Auch wir haben diese Hilflosigkeit in einigen Situationen „gelernt“. Es scheint uns dann so zu sein, als könnten wir nichts in unserer Macht Stehende tun, um uns aus der Misere zu befreien. Wir haben vergessen in den Spiegel zu blicken und den kräftigen und intelligenten Menschen zu sehen, der den Pflock ohne Probleme herausreißen kann.

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